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50 Jahre im Dienste
benachteiligter
Mitmenschen
Ein Nachruf auf unseren SELAM Mitbegründer David Röschli
Seit 1960 als
David mit seiner Familie auswanderte, hat sich David Röschli kontinuierlich für
benachteiligte Menschen eingesetzt.
Gedient hat er ihnen mit den Gaben, die ihm anvertraut wurden. Kaum eine
Aufgabe war im zu anspruchsvoll, als dass er sie nicht anpackte. Er fand immer
einen Weg, der von der Planung zur Umsetzung führte. Er hat sich der Not seines
Nächsten nicht verschlossen. 1968 hat er zusammen mit seiner Familie sechs
Äthiopische Waisenkinder adoptiert. Sie wohnten in ihrer Nähe, waren ihm zu
Freunden geworden und verloren beide Elternteile innerhalb kurzer Zeit. Als die
zwölfköpfige Familie 1975 aus Äthiopien zurückkehren musste, diente er auch in
der Schweiz sich seinen Mitmenschen: seinem Arbeitgeber als Maschinenerfinder,
der Gemeinde Pfungen als Kirchenpfleger, der Bewegung Mut zur Gemeinde als
Lagerleiter. Auch seiner ältesten
Tochter Zahai stand er mit Rat und Tat zur Seite, als sie das Waisenheim SELAM
in Addis Abeba 1986 gründete. Vier Jahre später kehrte er selber nach Äthiopien
zurück und war seither vollamtlich am Aufbau und der Weiterentwicklung des SELAM
Kinderdorfes engagiert. Unter seiner Leitung erhiel- ten hunderte von
Waisenkindern ein neues Zuhause, schlossen tausende von Schülern die Primar-
und die Sekundarschule ab und bekamen über tausend Jugendliche eine
Berufsaus-bildung. Dank seiner Hilfe haben Menschen gelernt, sich selbst zu
helfen. Diese Arbeit hat ihn nicht mehr
losgelassen. Bis zuletzt hat er
ehemalige Waisenkinder in ihren Betrieben beraten und stand dem SELAM als Mitglied im Äthiopischen
Vorstand zur Verfügung. Mitgetragen hat sein Engagement seine Frau Marie-Luise,
die deswegen oft auf ihn verzichtete. David Röschli hat nicht auf Vorrat
geplant, sondern sich von Bedürfnissen benachteiligter Mitmenschen leiten
lassen. Das Dasein für andere hat ihm eine tiefe innere Befriedigung verschafft.
Dieses
Engagement hat David Röschli über alles gestellt, auch über seine Gesundheit.
Im Januar 2010 ist er deswegen für Untersuchungen in die Schweiz gekommen. Sein
Körper hatte jedoch schon zulange gelitten. Es war sein Wunsch, dieses
Erdenleben ohne langes Krankenbett abzuschliessen. Dieser Wunsch ist ihm
erfüllt worden. Zwei Tage nach seiner Operation durfte er seinen letzten Gang
Ende März antreten.
David Röschli
bleibt mir als Mensch mit einem grossen Vaterherzen in Erinnerung. Er hat in
jedem Kind Gott erkannt und es mit
Respekt behandelt. Er hat seinem Gegenüber alles zugetraut und ihm aber auch
alles vergeben. Es gibt nur wenige Menschen, die einem ein solches Gefühl von
angenommen sein und vollgenommen werden
vermitteln wie David Röschli.
Jürg
Bachofner, Geschäftsführer SELAM
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